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Schärft
Eure Sinne!
Nicht nur die Muskeln schwinden, wenn man sie
vernachlässigt, sondern offenbar auch die Sinne. Der Tastsinn verliert bei
unzureichender Stimulation zusehends an Schärfe. Hugo Kükelhaus’ Warnung vor den Folgen der
Nicht-Inanspruchnahme der sinnlichen Erfahrungs- und Bewegungsmöglichkeiten des
menschlichen Körpers wird durch die Ergebnisse einer aktuellen Studie
bestätigt. (FAZ
v.14.5.09)
Neuester Bericht
zum Schwinden der Sinne: Verfahrene Situation. Die
Benutzung von Navigationsgeräten schwächt den Orientierungssinn.
Süddeutsche Zeitung Magazin vom 7.5.2010 als pdf
Der Sinn
der Sinne
Gleichgewicht (vestibuläres System)
Stationen: Balancierbalken, Balancierscheibe,
Wackelbalken, Wackelhölzer
Der Gleichgewichtssinn dient zur Feststellung der Körperhaltung
und Orientierung im Raum. Er hat sein Zentrum im Innenohr und
Kleinhirn, ist
aber eng mit den Augen und anderen Sinnen verbunden. Zum Gleichgewichtssinn
gehört das Empfinden für oben/unten, für Drehungen, für
Winkel bzw.
Neigungen und Rhythmus sowie für Beschleunigungen in allen Richtungen. Die Anregung
des Gleichgewichtsinns steigert die Integrationsfähigkeit des zentralen
Nervensystems hinsichtlich der Haltung, Gleichgewichtsreaktion, Koordination
und Konzentration.
Zu wenig Reizung wie bei langem
Sitzen oder Liegen oder zuviel Reizung wie beim Fahren auf einer Achterbahn
oder auf einem Schiff im Sturm bringt den Menschen aus der Balance: Bewegungen
in einer Richtung kann man besser vertragen als Bewegungen in verschiedene
Richtungen gleichzeitig. Aufrechtes Stehen und Vorwärtsbewegungen sind bei
Reizüberforderung besser als Liegen und rückwärtsgehen.
Wie jeder Sinn kann das vestibuläre
System durch Reiztraining so entwickelt werden, dass einem beim Karussellfahren
immer weniger übel wird, sondern man immer mehr Spass hat.
Berührungsempfinden – Haut-Tastsinn ( taktiles-System)
Stationen: Tastgalerie, Barfusspfad
Bei der Geburt ist der Tastsinn der
von allen Sinnen am besten entwickelte. Taktile Reize wie Tasten und Berühren fördern die
allgemeine neurologische Integration und Sensibilität des Organismus für weitere
sensorische Wahrnehmungen. Die volle Entfaltung des Tastsinns durch vielfältige
Berührungserfahrungen ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung
sämtlicher Formen von Intelligenz: der sozialen, emotionalen und auch der
kognitiven. Die
Haut ist ein wesentliches Medium der Kontaktaufnahme und Kommunikation.
Berührungen bekommen im Laufe der Entwicklung des Kindes Bedeutungen: Wärme,
Vertrauen, Geborgenheit, Sicherheit. Diese sind absolut wichtige
Bausteine für die psychisch-emotionale Entwicklung.
Bewegungsempfinden (kinästhetisches System)
Stationen: Partnerschaukel,
Balancierscheibe
Unsere Lage und Bewegung im Raum und
die Kräfte und Spannungen, die auf uns wirken, können wir zum Teil durch den visuellen
Sinn erfahren, am besten aber mit dem Lage- und Bewegungsempfinden spüren. Die
für die Tiefensensibilität zuständigen Rezeptoren befinden sich über den
gesamten Körper verstreut in den Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenkkapseln. Kinästhetische
Reize werden deswegen direkt aus der Bewegung und direkt aus dem Körper
mitgeteilt. Mangelnde Bewegung lässt dieses wichtige Sensorium verkümmern.
Geringe Stabilität bei allen Körperbewegungen wie z.B. Gehen und Greifen und
unsichere Reaktionen auf äußere Einflüsse sind die Folge.
Koordination
Stationen: Balancierscheibe, Wackelbalken,
Wackelhölzer
Koordination bedeutet ein
harmonisches Zusammenspiel zwischen Knochen, Sehnen, Gelenken, Muskelgruppen,
damit bestimmte Körperbewegungen zustande kommen. Exakte Einzelbewegungen und
das Zusammenspiel ganzer Muskelgruppen ermöglichen flüssige und leichte
Körperbewegungen. Zentralnervensystem und Skelettmuskulatur können nur
zusammenarbeiten, wenn die Verarbeitung taktiler und kinästhetischer Informationen
sensibel und schnell erfolgt. Darüber hinaus wirkt eine gute
Koordinationsfähigkeit positiv auf Persönlichkeit und Verhalten.
Hören (akustisches oder auditives
System)
Stationen: Dendrophon, Hörrohre
Der Hörsinn reagiert auf
Schallwellen und ermöglicht die Wahrnehmung und Unterscheidung von Geräuschen,
Tönen und Klängen. Er hilft uns einerseits bei der Orientierung im Raum und
andererseits bei der Verständigung untereinander, der Kommunikation.
Unsere Ohrmuscheln unterstützen das
Innenohr bei der akustischen Raumerkennung und Abschätzung von Entfernungen,
wie wir es von der Stereophonie her kennen.
Sehen (optisches oder visuelles
System)
Stationen: Spirale, Trichter und
Kegel
Menschen sind Augenwesen. Die
optische Wahrnehmung entfernter Gegenstände oder Personen erlaubt präzise
Orientierung. Auge und Tastsinn ergänzen sich bei der genauen Untersuchung von
Objekten. Die ersten Schriftzeichen waren vereinfachte bildliche Darstellungen
von Objekten und Sachverhalten. Menschen träumen in Bildern. Und mehr als die
Hälfte der Reize aus der Umwelt werden von den Augen aufgenommen und ans Gehirn
geleitet.
Das Auge ist das dominante
Sinnessystem und wird gerade deshalb von
den Medien mit optischen Reizen massiv angesprochen.
Riechen (olfaktorisches System)
alle Gerüche in Dorf, Natur, Wald
Dem Geruchssinn wird oft eine
geringe Bedeutung beigemessen. Er hat aber neben der Funktion, vor schädlichen
Stoffen durch unangenehme Gerüche zu warnen, eine wichtige Aufgabe bei der
Speicherung und Erinnerung von Erlebnissen und Eindrücken. Emotionen, Gefühle
und Gerüche sind im Gehirn mit Lebenserfahrungen gekoppelt. Ein bestimmter
Geruch kann schlagartig die Erinnerung an spezifische Ereignisse wecken. Im
Hintergrund, unbewusst, wirken Gerüche mit bei der Bewertung von sozialen
Kontakten: der Duft des geliebten Menschen (meist durch Parfum unterstützt)
oder aber die Abneigung, wenn man jemanden „nicht riechen“ kann.
Schmecken (gustatorisches System)
die Nahrung, die ich esse
Säuglinge ertasten Objekte mit dem
Mund und „erschmecken“ so ihre direkte Umwelt. Hände und Mund arbeiten dabei
zusammen. Erst nach sechs Monaten beginnt der Sinnesapparat sich zu
differenzieren, entwickeln sich die anderen Sinne heran. Heutzutage scheinen
Zunge und Nase des normalen Menschen eher stiefmütterliche Existenzen zu führen.
Wenn Tomaten wie Äpfel nach nichts schmecken, alte aromatische Obst- und
Gemüsesorten verschwinden und künstliche Aromen Erdbeeren im Quark suggerieren,
gibt es für die Zunge immer weniger zu unterscheiden und das Gehirn verlernt
den wahren Geschmack von Nahrungsmitteln. Weinkenner und Feinschmecker haben
dagegen einen hoch entwickelten Geschmackssinn. Für sie sind Blindverkostungen Sinnesolympiaden.
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Hugo
Kükelhaus (*1900) ist 2009 seit 25 Jahren tot. Seine Ideen
und Konzepte sind aber lebendiger denn je. Kükelhaus
Warnungen vor den negativen Folgen der Entwicklung
unserer Gesellschaften haben sich bestätigt. Hugo
Kükelhaus' Denken
ist aktueller denn je. Es
lohnt sich, ihm zuzuhören. Eine Vortrags-CD ist
erhältlich bei Schloß
Freudenberg
Menschen, die sich umfassend über das Erfahrungsfeld, Hugo Kükelhaus und die Sinnespädagogik bilden wollen, gehen
bitte auf die Webseite der Hugo-Kükelhaus-Gesellschaft
"Die
fast unzählbar vielen Sinne des Menschen"
kann man auf der Webseite des Senders 3sat nachsehen.
Umfassende Information zum Stöbern und Nachlesen
unter 3sat
"Sinne
- unser Tor zur Umwelt" heißt ein Beitrag
auf "Lehrer-online",
der Materialien für den Unterricht über die Sinne
bietet.
Stadt-
und Landkindheit im 21.Jahrhundert Ein Radiobeitrag
des SWR2 zum download
Schule
und Zeit Ein Radiobeitrag des SWR2 zum download
Über
Riechrezeptoren und Aromen Ein Radiobeitrag
des SWR2
Manuskript,
Podcast, Blog link
zum SWR2
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